Wandel

Alles auf Neu

2019 ist schon lange gestartet. Eigentlich sind wir bereits mitten drin. Und doch hat sich bei mir bereits so viel geändert. Seit Anfang des Jahres arbeite ich in Bern und pendel bislang jeden Tag. Sicherlich hast Du meine Stories auf Instagram bereits gesehen und verfolgst die tägliche Reise.

Im letzten Jahr habe ich mich dazu entschieden mich weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt zu wagen. Und ja, es war ein Wagnis, aber natürlich in Absprache mit meinem Ehemann. Er kümmert sich neben seiner Werkstatt-Tätigkeit, wie bisher, um unseren Sohn. Wir werden dabei durch unsere grossartige Tagesmutter unterstützt und ich kann ohne Sorgen in mein anderes Leben eintauchen. Und ehrlich gesagt, fühlt es sich manchmal genauso an. Ich schliesse die Haustüre und bin für einen Tag lang nur ICH. Das bedeutet aber nicht, dass ich meinen Sohn, meine Familie nicht liebe. Aber es bedeutet, dass ich ganz bewusst mein familiäres und berufliches Leben voneinander trenne. Am Abend oder am Wochenende bin ich dann wieder voll und ganz Mama und es geht mir gut damit.

Gesellschaftlicher Druck

Und trotzdem quälen auch mich manchmal die Gedanke und Sorgen einer jeder Mutter, der Situation nicht gerecht zu werden. Der gesellschaftliche Druck geht auch an mir nicht spurlos vorüber. Und dann muss ich mich aber auch auf unsere spezielle Familienkonstellation besinnen. Darauf, dass es auch zahlreiche Väter gibt, die ähnliche Gedanken haben müssen.

Wie alles begann

Seit ich mein Studium beendet habe, arbeite ich in der Schweiz mit einem 100%-Vollzeitpensum und habe dies auch bis heute beibehalten. Ausgenommen davon waren die Schwangerschaft und der Wiedereinstieg. Und doch gibt es zahlreiche Paare, die sich die Arbeitspensen teilen. In meiner gesamten Laufbahn, habe ich bereits die verschiedensten Modelle erlebt: Teilzeit: 50/50, 60/100, 100/20, 80/80 ….

Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Schweiz

Es macht manchmal den Anschein, als hätten sich die Arbeitgeber heutzutage auf diese Lebensmodelle von Familien eingestellt. Schaut man in die Jobbörsen, dann bemerken wir jedoch schnell, dass Teilzeitstellen eher rar gesät sind. Häufig genug stehen die Arbeitnehmer in Vollzeit dem Arbeitgeber zur Verfügung und wechseln mit der Geburt der Kinder in die Teilzeit. Dies ist die einfachste Variante aus Arbeitnehmer Sicht, zumal das Aufstocken des Arbeitspensums dem Arbeitgeber zu einem bestimmten Zeitpunkt in Aussicht gestellt werden kann. Gerade aus Arbeitgebersicht ist ein Arbeitnehmer in Teilzeit nicht immer die erste Wahl. Wichtig in einem solchen Arbeitsverhältnis, wie in so vielen anderen Situationen, sind aus meiner Sicht definitiv die Kommunikation und klare Abmachungen zwischen beiden Parteien. Dann funktioniert es nach meiner Erfahrung auch durchaus in Teilzeit.

Thema Teilzeit für Männer in der Schweiz

Interessanterweise nehmen die wenigsten Männer von der Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten Gebrauch. Gemäss dem Schweizer Bundesamt für Statistik befinden sich 6 von 10 Frauen in Teilzeit, jedoch bloss 1.8 von 10 Männern. [1] Aber woran liegt dieses Verhältnis?

Vor- und Nachteile von Teilzeit

Das Bundesamt für Statistik führt Gründe wie ungesicherte Arbeitsverhältnisse, schlechtere soziale Absicherung (z.B. bei der Pensionskasse) sowie geringere Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen an. Seit 1991 ist der Anteil an Teilzeitarbeitenden sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern gestiegen, was wohl vor allem daran liegt, dass sich Arbeit an sich im Wandel befindet. Arbeit in der digitalen Welt ist heute möglich und Freizeit besitzt unterdessen einen höheren Stellenwert. [1]

Familienkonstellationen in der Schweiz

Bei Eltern steht auch auf der Liste der Pros, dass die Kinderbetreuung selbst übernommen werden kann, denn gerade in der Schweiz macht dieser Kostenanteil neben Miete und Krankenkassenbeiträgen einen grossen Anteil aus. Der monatliche Druck auf die Geldbörse ist damit erheblich und frisst bei so manchem Teilzeitarbeitenden einen Grossteil des monatlichen Gehalts, wenn auch gleich Familien in der Schweiz steuerlich begünstigt sind. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass Frauen in der Schweiz zugunsten der Familie und des Portemonnaies häufiger – teilweises vorübergehend –  die Betreuerrolle übernehmen.

Finanzielle Absicherung

Sobald  ein Elternteil diese Betreuerrolle zugunsten der oben genannten Gründe übernimmt, ist dessen finanzielle Absicherung ein sehr wichtiges Thema aus meiner Sicht. Vor allem die Vorsorge für das Alter sollte ein wichtiges Thema sein, denn es entsteht eine Vorsorgelücke, die unbedingt geschlossen werden sollte. Ich denke, es ist aus diesem Grunde sicherlich sehr sinnvoll, sich mit seinem Partner gemeinsam hinzusetzen und diese Thematik zu diskutieren sowie sich entsprechend zu informieren. Altersarmut kann jeden treffen. Eine Vereinbarung für einen bestimmten Lohnausgleich ist definitiv ein Zeichen von Gleichberechtigung!

Mich würde sehr interessieren, ob Du Vollzeit oder Teilzeit arbeitest und wie Deine Erfahrungen zu den Themen Arbeitszeitmodellen und finanzielle Absicherung sind. Hinterlasse gerne gleich unter diesem Beitrag Deinen Kommentar und lass uns respektvoll mit einander diskutieren.

Deine Anita

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