Working Mami in der Schweiz – geht das?

Eine Frage, die ich mir vor allem vor der Schwangerschaft gestellt habe und mit der sich sicherlich viele andere Frauen, die in der Schweiz leben, ebenfalls beschäftigen, da es in der Schweiz bloss 14 Wochen Mutterschaftsurlaub  und keine Elternzeit gibt.

Eltern werden ist noch meist der einfachere Teil. Mit der Schwangerschaft und später auch mit dem Baby stellen sich aber gravierende Veränderungen gerade für uns Mamis ein. Veränderungen, die einen emotionalen und auch einen physischen Charakter haben. Häufig übermannen uns Mütter noch dazu Gefühle wie Schuldgefühle, Stress und Frustration. Wir müssen mit dem teilweise selbst und teilweise durch die Gesellschaft auferlegten Druck umgehen lernen. Definitiv keine einfache Sache!

Bevor das Abenteuer Schwangerschaft gestartet wird, ist es aus meiner Sicht am wichtigsten mit seinem Partner darüber zu reden, wie die gemeinsame Vorstellung darüber aussieht, Karriere und Familie in Einklang zu bringen. Einer der grössten Diskussionspunkte ist sicherlich die Betreuungsfrage, die vorab definitiv geklärt sein sollte. Diese gemeinsame Vision kann für jedes Paar anders aussehen und ist definitiv eine Sache der Planung und der jeweiligen eigenen Präferenzen.

So wählen einige Frauen in der Schweiz, Daheim als Hausfrau und Mutter ganz oder für eine Weile zu bleiben und andere arbeiten als Selbständige oder als Angestellte direkt nach dem Mutterschaftsurlaub weiter. Gerade für Mütter ist eine Anstellung mit flexiblen Arbeitsstunden und der Option des Home Offices ein interessantes und vor allem machbares Arbeitsmodell. Neben Vollzeitstellen gibt es natürlich noch die Teilzeitstellen und das sogenannte Modell der Arbeitsplatzteilung. In der Wirtschaft scheint das Umdenken bereits im vollem Gang zu sein.

Klingt gut, oder? Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Ich selber bin 4.5 Monate mit unserem kleinen Räuber Zuhause geblieben. Im Anschluss daran bin ich dann mit einem ansteigenden Pensum von zunächst 50% wieder in mein altes Unternehmen zurückgekehrt. Dies war bloss möglich, weil ich Urlaub und mein Gleitzeitkonto während der Schwangerschaft aufgespart habe. Ich arbeite heute wieder mit einem Pensum von 100% mit flexiblen Arbeitsstunden und kann die Option des Home Offices nutzen.

Trotzdem ist es auch mir am Anfang extrem schwer gefallen, meinen kleinen Sohn auch nur für eine Stunde an jemanden anderen abzugeben. Auch wenn es sich bei der anderen Person um den Papa oder die Grossmutter handelte. Anfangs war nur der Gedanke daran, das kleine Wesen für solch eine lange Zeit abzugeben, mehr als dramatisch. Das erste Mal war für mich einschneidend und es sind auch Tränen geflossen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich genügend Vertrauen zum Papa aufgebaut hatte, so dass ich ohne ein schlechtes Gewissen zum Coiffeur gegangen bin oder mich mit einer Freundin zum Kaffee getroffen habe.

Vertrauen in den Partner und auch später in die Erzieherin der KITA oder die Tagesmutter sind definitiv eine wichtige Basis dafür, dass wir Mütter ab einem bestimmten Zeitpunkt sorgenfrei arbeiten können. Vertrauen kann jedoch nur über Zeit entstehen. Und jede Mutter benötigt unterschiedlich lange dafür.

Aus diesem Grunde, sehe ich es noch heute als Glücksfall an, dass mein Ehemann nach meinen 4.5 Monaten die Betreuung von unserem Sohn bis zum 8. Monat übernehmen konnte und die Eingewöhnungphase mit unserer Tagesmutter im Anschluss, so problemlos abgelaufen ist.

Working Mami in der Schweiz – geht das?

Ich denke, dass die Schweiz sich vor allem gegenüber ihren weiblichen Bürgern, aber auch ihren männlichen Bürgern definitiv im europäischem Vergleich noch um einiges verbessern könnte und hoffe, dass die Einsicht irgendwann auch in der Schweiz da ist, dass eine mehrmonatige Elternzeit, wie in anderen Staaten, eine gute Investition in die Zukunft des Landes ist. Denn auch in der Schweiz zeigt sich eine altbekannte Entwicklung, die deutlich zeigt, dass die Geburtenrate auf mittlerweile 1.5 Kinder pro Familie gesunken ist. Im Zuge der demographischen Entwicklung in der Schweiz, ist dies jedoch keine gute Tendenz. Es wird spannend bleiben, wie die Schweizer diese demographische Schere schliessen werden. Welche Massnahmen von der Schweizer Gesellschaft getroffen werden, um Familien so zu unterstützen, dass diese mehr Kinder bekommen und diese ohne emotionalen und finanziellen Druck erfolgreich aufziehen können? Denn egal ob Mutter oder Vater, beide vollbringen eine wahrliche Meisterleistung damit, die nächste Generation für die Zukunft fit zu machen!

Literatur:

https://www.babywelten.ch/baby/baby-familie-beruf/mutterschaftsurlaub-in-anderen-laendern

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/geburten-todesfaelle.html

https://www.media-stat.admin.ch/animated/chart/01pyramid/ga-q-01.03.02-dashboard.html

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